Egal, ob man Software entwickelt oder den Garten planen möchte – unterbewusst verwendet man immer Projektmanagement. In einem Buch zum Thema Projektmanagement habe ich einmal den interessanten Satz gelesen: „Man kann nicht nicht Projektmanagement nutzen“, wobei damit natürlich noch nicht geklärt ist, wie man es konkret einsetzt. Diesen Satz fand ich schon zu Beginn meiner Heimprojekte und auch bei meinen Blogbeiträgen interessant, weshalb ich schnell von der Projektplanung auf Papier zu einer freien Projektmanagementsoftware namens „Redmine“ umgestiegen bin. Damit kann ich meine (Heim-)Projekte zusammen mit meiner Frau planen und habe gleichzeitig eine Übersicht darüber, wo ich stehe, was ich noch machen muss und wo die Reise hingehen soll.
Gegebenenfalls ist das auch für dich oder dein (Klein-)Unternehmen interessant, weshalb ich heute einmal die Installation und den Einstieg in Redmine via Docker näher erklären werde.
Was ist Projektmanagement(-software) und ist es sinnvoll?
Egal, ob im privaten Bereich oder in der Firma – Projektmanagement findet man überall. Die meiste Literatur, die ich bisher gelesen habe, beschreibt Projektmanagement anhand von Beispielen aus dem einfachen Haushaltsalltag und zeigt, wie der Mensch unterbewusst Projektmanagement einsetzt. Sei es bei der Planung des wöchentlichen Einkaufs oder bei der Gartenarbeit – überall kommt unterbewusst Projektmanagement zum Einsatz.
Die Kunst liegt darin, Projektmanagement nicht unterbewusst, sondern zielorientiert einzusetzen. Ziel guten Projektmanagements ist immer, das optimale Ergebnis eines Projekts zu erzielen, wobei die Ressourcen sinnvoll eingesetzt werden. Dabei ist es egal, ob es sich um die Ressource Hardware oder um die Ressource Mensch handelt, was zugegebenermaßen etwas böse klingt, aber im Projektmanagement der Realität entspricht.
Projektmanagement geht dabei aber noch weiter, da auch auf Probleme eingegangen wird, zum Beispiel in Form von gefundenen Bugs in Software, die schnell gelöst werden müssen. All das muss der Projektmanager, die Projektmanagerin oder das Projektmanagerteam im Auge behalten und sich mit allen wichtigen Personen abstimmen. Gleichzeitig muss geprüft werden, ob vergebene Aufgaben in der vorgesehenen Zeit abgearbeitet wurden, Arbeitspakete richtig definiert sind oder es zu Verzögerungen bei der Arbeit kommt.
Für die oben genannten Aufgaben kommt sogenannte Projektmanagementsoftware zum Einsatz. Darin werden alle Arbeitspakete definiert, die Personen eingeplant, Zeiten geprüft und auch die Kommunikation mit allen Beteiligten geregelt. Durch sogenannte Tickets in Redmine, also die Definition der Arbeitspakete, erhält ein Projektmanager einen Einblick darin, was noch zu tun ist. Aufgaben können zudem in Unteraufgaben aufgeteilt werden, damit die Ressourcen optimal eingesetzt werden und die Stärken des Teams, das die Aufgaben erledigen soll, bestmöglich genutzt werden.
Ist Projektmanagement und auch Projektmanagementsoftware sinnvoll? Prinzipiell ist Projektmanagement sinnvoll und sollte gerade bei der Softwareentwicklung eingesetzt werden. Hast du viele Projekte oder möchtest eine Übersicht deiner Arbeitspakete, dann ist eine entsprechende Projektmanagementsoftware definitiv sinnvoll. Es muss aber nicht gleich eine kommerzielle Projektmanagementsoftware sein, denn es gibt auch gute Open-Source-Software dafür. Ein Favorit, den ich anfangs ebenfalls für Projektmanagement verwendet habe, ist Redmine. Diese Softwarelösung möchte ich auch in diesem Artikel näher beleuchten und erklären. Persönlich habe ich Redmine gerne genutzt, da ich so meine Blogbeiträge und auch meine Softwareprojekte besser im Blick hatte. Mittlerweile bin ich auf eine andere Lösung umgestiegen, die ich auch noch einmal beleuchten werde.
Vorab
Damit dieser Blogbeitrag funktioniert, braucht es ein System mit installiertem Docker und am besten auch Portainer. Wie du das auf deinem Pi oder Heimserver einrichtest, findest du in dieser Anleitung (https://blog.berrybase.de/docker-auf-dem-raspberry-pi-basics/). Gleichzeitig brauchst du Zugriff via SSH oder eine Remoteverbindung, weil die Grundkonfiguration von Redmine separat angelegt werden muss.
Für dieses Projekt nutze ich einen Raspberry Pi 4 mit 8 GB RAM und einer angeschlossenen SSD mit 256 GB Speicher. Als Betriebssystem kommt hier das aktuelle Raspberry Pi OS in der 64-Bit-Version zum Einsatz.
Redmine installieren
Die Vorbereitung vor dem Start
Bevor es mit der Installation von Redmine losgeht, braucht Redmine erst einmal eine Konfiguration. Zwar nutzt Redmine eine Standardkonfiguration, aber darin enthalten sein muss auch die Konfiguration des Mailservers, über den später alle User Mails bekommen oder auch ihr Passwort zurücksetzen können. Daher muss zunächst die Konfigurationsdatei auf dem System abgelegt werden.
Damit es später keine Probleme mit der Konfiguration gibt, lege ich eine solche Datei gerne unter /opt ab. Genauer gesagt lege ich dort einen entsprechenden Ordner an, in dem später die Konfiguration abgelegt ist.
Über den Befehl in Code 1, der in einem Terminal auf dem Raspberry Pi eingegeben werden muss, wird ein neuer Ordner redmine unter /opt erstellt und direkt im Anschluss in dieses Verzeichnis gewechselt.
sudo mkdir /opt/redmine && cd /opt/redmine
Code 1: Code im Terminal zum Anlegen eines Redmine-Ordners
Als Nächstes bietet es sich an, die Beispiel-Konfigurationsdatei von Redmine von GitHub herunterzuladen und ihr direkt den passenden Namen zu geben. Code 2 übernimmt diese Aufgabe für uns, damit das umständliche Kopieren von Hand nicht zu einem Fehler führt.
sudo wget -O configuration.yml <a href="https://raw.githubusercontent.com/redmine/redmine/refs/heads/master/config/configuration.yml.example">https://raw.githubusercontent.com/redmine/redmine/refs/heads/master/config/configuration.yml.example</a>
Code 2: Die aktuelle Beispiel-Konfiguration für Redmine herunterladen
Sollte es bei Code 2 zu einer Fehlermeldung kommen, dass wget kein bekannter Befehl ist, musst du dieses Programm noch über den Paketmanager mit Code 3 nachinstallieren.
sudo apt install wget
Code 3: wget nachinstallieren
Da ich nun nicht für jeden E-Mail-Provider erklären kann, wie die Einrichtung funktioniert, möchte ich auf die Wiki-Seite von Redmine verweisen, die dies sehr gut erklärt. Diese geht zum Beispiel auf Google Mail und Office 365 ein, weshalb man schnell fündig werden sollte.
Willst du an der configuration.yml etwas ändern, gerade bei der Mail-Adresse, so musst du diese Datei mit Root-Rechten öffnen und bearbeiten, siehe Code 4.
sudo nano /opt/redmine/configuration.yml
Code 4: configuration.yml mit Root-Rechten öffnen
Abschließend setzt man noch die passenden Rechte für die Konfigurationsdatei, siehe Code 5, und die Konfigurationsdatei sollte soweit für Docker und auch Redmine verfügbar sein.
sudo chown root:docker /opt/redmine/configuration.yml
Code 5: Rechte an configuration.yml anpassen
Redmine via Portainer-Stack installieren
Um den Konfigurationsaufwand gering zu halten, wird dieses Projekt von mir als Docker-Compose vorbereitet. In Portainer nennt sich das „Stacks“, ist aber im Grunde genau das Gleiche.
Öffne Portainer, wechsle in der Auswahl zu Stacks und lege über den Button +Add stack einen neuen Stack an, siehe Abbildung 1.

Im neuen Dialog musst du zunächst dem Stack einen eindeutigen Namen geben und im Editor weiter unten das Compose-File einfügen, siehe Abbildung 2.

An der Stelle möchte ich ein wenig zu dem Compose-Inhalt sagen, siehe Code 6.
version: "2.1"<br>services:<br>redmine:<br>image: redmine:latest<br>container_name: Redmine<br>restart: always<br>ports:<br>- 3000:3000<br>environment:<br>REDMINE_DB_MYSQL: mariadb<br>REDMINE_DB_DATABASE: redmineDB<br>REDMINE_DB_USERNAME: redmine<br>REDMINE_DB_PASSWORD: topSecret123<br>volumes:<br>- redmine_Data:/usr/src/redmine/files<br>#- E:/Docker_Sharing/Binds/redmine/log:/usr/src/redmine/log<br>#- E:/Docker_Sharing/Binds/redmine/plugins:/usr/src/redmine/plugins<br>- /opt/redmine/configuration.yml:/usr/src/redmine/config/configuration.yml<br>#- E:/Docker_Sharing/Binds/redmine/themes/minimalflat2:/usr/src/redmine/public/themes/minimalflat2<br>depends_on:<br>- mariadb
mariadb:<br>image: linuxserver/mariadb<br>container_name: Mariadb<br>restart: always<br>ports:<br>- 3306:3306<br>environment:<br>- PUID=1000<br>- PGID=1000<br>- MYSQL_ROOT_PASSWORD=TopSecret123456<br>- TZ=Europe/Berlin<br>- MYSQL_DATABASE=redmineDB<br>- MYSQL_USER=redmine<br>- MYSQL_PASSWORD=topSecret123<br>volumes:<br>- mariadb_Data:/config
volumes:<br>mariadb_Data:<br>redmine_Data:
Code 6: Das Compose für Redmine
Fangen wir an der Stelle unten bei volumes an, wodurch Docker Volumes erstellt, sofern diese noch nicht existieren. Diese sind für unsere beiden Services mariadb und redmine wichtig, da hier Daten hineingeschrieben werden und bei einem Neustart wieder darauf zurückgegriffen werden kann.
Beim Service redmine, also dem späteren Container für Redmine, werden das Image, der Port und die Neustart-Vorgabe eingestellt. Wichtig sind die environment-Variablen, die den Zugang zur Datenbank beschreiben. Darin sind der Datenbanktyp, die Datenbank und die Benutzerauthentifizierung enthalten, die über den Service mariadb angelegt wird. Wichtig: Der Datenbankname und auch die Anmeldedaten müssen identisch sein, dazu gleich mehr.
Im Anschluss wird für Redmine festgelegt, welche Pfade im Container mit Volumes von außen gemappt werden, denn nach einem Neustart sollen ja weiterhin alle Daten verfügbar sein. An der Stelle finden wir auch die Konfigurationsdatei, die vorher angelegt wurde – /opt/redmine/configuration.yml:/usr/src/redmine/config/configuration.yml – und in das Projekt übernommen wird.
Zuletzt gibt es noch eine Abhängigkeit, dass erst der Service mariadb gestartet sein muss, bevor redmine überhaupt gestartet wird.
Als zweiter Service wird mariadb, in diesem Fall der Container mit der MariaDB-Datenbank, konfiguriert. Wie schon zuvor werden das Image, der Port und die Neustart-Richtlinie gesetzt. In den environment-Variablen werden zunächst die Rechte des Container-Users mit den Rechten des Host-Users gesetzt, anschließend wird ein Root-Passwort für MariaDB gesetzt und letztlich eine neue Datenbank angelegt. Hier sollten Datenbankname, Datenbank-User und Passwort identisch zu redmine sein. Andernfalls kann Redmine keine Verbindung zur Datenbank herstellen und diese verwenden.
Füge nun Code 6 in das Feld für das Compose in Portainer ein und drücke anschließend weiter unten auf den Button Deploy stack, siehe Abbildung 3.

An der Stelle kann es etwas dauern, da zunächst die Images heruntergeladen und die Volumes erstellt werden. Anschließend brauchen beide Container einen kurzen Moment, um zu starten. Gerade wenn Redmine das erste Mal startet, werden noch diverse Tabellen in der Datenbank angelegt und mit Daten gefüllt. Auf dem Raspberry Pi 4 hat das ungefähr 2 Minuten gedauert. Anschließend sollte Redmine unter der Adresse http://IP-VOM-PI:3000 erreichbar sein, sofern du das vorgefertigte Compose-File verwendet hast, siehe Abbildung 4.

Erster Login und kurzer Überblick
Wenn du dich das erste Mal auf der Hauptseite von Redmine anmeldest, ist diese Seite noch entsprechend leer. Über den Button Anmelden in der rechten oberen Ecke kannst du dich das erste Mal als Administrator anmelden, siehe Abbildung 5.

Anschließend wirst du nach Anmeldedaten gefragt, die beim ersten Start von Redmine für den Administrator wie folgt sind:
- Benutzer: admin
- Passwort: admin
Meldest du dich mit diesen Angaben an, wirst du direkt danach aufgefordert, das Passwort zu ändern, siehe Abbildung 6.

Denke bitte an der Stelle daran, kein einfaches Passwort zu verwenden und gegebenenfalls einen Passwortmanager einzusetzen. Hast du das Passwort erfolgreich geändert, wirst du zur Kontoübersicht des Benutzers Admin weitergeleitet, siehe Abbildung 7.

An dieser Stelle kannst du noch einige Einstellungen des Administrators vornehmen, aber der erste Schritt sollte die Administrationsseite, siehe Abbildung 8, sein, da noch einige Anpassungen gemacht werden sollten.

Zunächst weist Redmine darauf hin, dass einige grundlegende Funktionen nicht oder noch nicht vollständig konfiguriert sind. An der Stelle reicht der Button Standard-Konfiguration laden vollkommen aus, womit ihr erst einmal arbeiten könnt.
Nachfolgend soll Tabelle 1 einmal kurz erläutern, wofür die einzelnen Untermenüs der Administration gedacht sind. Anmerkungen geben einen Hinweis darauf, ob gegebenenfalls etwas zu beachten ist.
| Menüpunkt | Beschreibung | Anmerkung |
| Projekte | Hier kannst du Projekte verwalten, also anlegen, archivieren oder auch löschen. | Hier kannst du ein neues Projekt anlegen, ist aber auch unter der oberen Rubrik Projekte möglich, sofern man Administrator ist. |
| Benutzer | Hier können alle Benutzer verwaltet werden. | Solltest du das Registrieren deaktivieren, wirst du hier alle Benutzer anlegen und administrieren. |
| Gruppen | Hier kannst du Gruppen anlegen oder bearbeiten und Benutzern eine Gruppe zuweisen. | Dieses Menü ist gerade interessant, wenn du statt Benutzern, Gruppen entsprechend Rechte und Rollen vergibst. |
| Rollen und Rechte | Hier können Rollen und Rechte definiert werden, was später die Benutzer oder Gruppen in Redmine und den Projekten machen dürfen. | |
| Tracker | Damit weiß Redmine, um welche Art von Ticket (Aufgabe) es sich handelt. | |
| Ticket-Status | Beschreibt, welchen Status ein Ticket annehmen kann. | Hier kann man gerade im Bereich Softwareentwicklung und Testing viele weitere hinzufügen und mit einem Workflow definieren. |
| Workflow | Hier wird definiert, welche Rolle bei welchem Tracker wie der Ticket-Status verändert werden darf. | |
| Benutzerdefinierte Felder | Hier kann zu jeder Projektkategorie noch weitere Felder, die für dich wichtig sind und nicht im Standard sind, hinzugefügt werden. | |
| Aufzählungen | Gibt einige Optionen zur Verfügung um etwas genauer einzuordnen. | Damit ist z.B. die Art einer Aktivität bei der Zeiterfassung oder die Ticketpriorität gemeint. Es sind die verfügbaren Werte in den jeweiligen DropDown-Menüs |
| Konfiguration | Hier kannst du alles rund um Redmine einstellen. Aussehen, Hauptseitentext, Projektgunrdkonfigurationen und vieles mehr. | In diesem Menü ist etwas Vorsicht geboten, da hier eine Fehlkonfiguration zu Problemen im generellen Betrieb mit Redmine entstehen können. |
| LDAP-Authentifizierung | Wenn du einen LDAP-Server besitzt, kannst du hier die Einbindung konfigurieren. | |
| Plugins | Übersicht der geladenen Plugins | Habe ich bisher nicht verwendet, da Redmine mir alles gegeben hat, was ich brauchte. |
| Informationen | Versionsinformation über Redmine, die Datenbank und alle geladenen Module, um Redmine auszuführen. Gleichzeitig wird auch tabellarisch der Status einiger Checks angezeigt. |
Tabelle 1: Beschreibung der einzelnen Untermenüs
An der Stelle kann ich erst einmal nur sagen, dass zu Anfang der Untermenüpunkt „Konfiguration“ interessant ist. Hier wird vieles für dein Redmine eingestellt und die Standardeinstellungen für den normalen Betrieb von Redmine reichen vollkommen aus.
Schon benutzt, dennoch möchte ich sie an der Stelle nicht unerwähnt lassen: die Menüleiste oben links, siehe Abbildung 9.

Diese kann sich, je nach verwendetem Style, auch verschieben, aber im Standard befindet sie sich oben links. Tabelle 2 soll kurz erläutern, wofür die einzelnen Menüpunkte sind.
| Menüpunkt | Beschreibung | Anmerkung |
| Hauptseite | Zeigt die konfigurierte Hauptseite an. | Diese kann in der Administration -> Konfiguration komplett angepasst werden. Das erfordert aber, je nach Anspruch, etwas Programmierung. |
| Meine Seite | Ist eine Seite nur für den angemeldeten Benutzer. Hier werden z.B. zugewiesene Tickets oder die letzten Aktivitäten angezeigt. | Diese Seite ist für den Benutzer individuell gestaltbar. Dazu werden „Bausteine“ verwendet, die frei positionierbar sind. |
| Projekte | Zeigt alle für den Benutzer verfügbaren Projekte an. | Der Seitenadministrator bzw. ein Benutzer mit Administrationsrechten, sieht alle Projekte. Dies zu verhindern ist technisch nicht möglich. |
| Administration | Die Seite für den Administrator um Redmine zu administrieren. | Ist nur für den Administrator oder einem Benutzer mit Administrationsrechten sichtbar. |
| Hilfe | Wechsel auf das Hilfe-Wiki von Redmine. | Sollte die erste Anlaufstelle sein, wenn es Probleme oder Fragen zu Redmine gibt. |
Tabelle 2: Erläuterung obere Menüleiste
Ein einfaches Projekt anlegen und managen
Nun kommt der wichtigste Teil einer Projektmanagement-Software: das eigentliche Projekt samt Aufgaben. Gleich vorweg: Ich kann an der Stelle nicht auf alle Feinheiten von Redmine eingehen, dafür gibt es lesenswerte Bücher und viele Einträge in Foren. Dennoch möchte ich dir gerne anhand der Standardeinstellungen zeigen, wie du ein Projekt anlegen und managen kannst.
Das Projekt anlegen
Um ein Projekt zu managen, braucht es erst einmal ein Projekt. Grundlage sollte immer sein, dass es sich tatsächlich um ein (größeres) Projekt handelt und nicht nur um eine einzelne Aufgabe. Daher nehme ich einfach das Projekt Testsoftware.
Als Erstes muss dieses Projekt angelegt werden, was über den oberen Menüpunkt Projekte -> Neues Projekt geschieht, siehe Abbildung 10.

Später findest du in der Ansicht Projekte alle offenen und mit Anpassungen der Filter auch geschlossene oder archivierte Projekte. Wichtig ist, dass dein Benutzer auch Rechte an diesem Projekt hat.
Als Nächstes möchte Redmine die Basisinformationen für dein Projekt haben, siehe Abbildung 11.

Das fängt erst einmal mit dem Projektnamen und der Beschreibung an. Zweiteres sollte so kurz wie möglich, aber so lang wie nötig sein, damit später auch jeder weiß, worum es sich bei dem Projekt handelt.
Gibt es noch eine Projekt-Homepage, so kann die URL entsprechend in das Feld eingetragen werden. Die nächsten beiden Optionen Öffentlich und Benutzer erben könnten zunächst etwas verwirrend wirken. Mit Öffentlich meint Redmine an der Stelle, dass man sich unangemeldet das Projekt und alle Tickets ansehen kann. Das macht Redmine an der Stelle auch, um den aktuellen Status von Redmine der Community mitzuteilen. Auch die Roadmap und Tickets zeigen den Verlauf von Redmine an.
Mit Benutzer erben ist an der Stelle nur dann interessant, wenn es sich um ein Unterprojekt handelt. Da aktuell noch kein Projekt existiert, greift dieses Flag erst einmal nicht. Später werden vom Hauptprojekt die Benutzer und deren Rollen in das Unterprojekt übernommen, auch wenn sich später noch einmal etwas ändert.
Zuletzt will Redmine die zu aktivierenden beziehungsweise deaktivierenden Module. Eine Erläuterung der Module ist in Tabelle 3 zu sehen.
| Modul | Beschreibung | Anmerkung |
| Tickets | Aktivieren der Tickets, um Aufgaben zu erstellen und zu planen | |
| Dateien | Ablage für Dateien | An der Stelle war mir bis auf das Feature mit der Prüfsumme nicht klar, wo der Unterschied zu dem Modul Dokumente besteht. |
| Kalender | Eine Kalenderübersicht, ähnlich der von Outlook, bei der terminierte Tickets angezeigt werden | |
| Zeiterfassung | Wenn Zeiterfassung gewünscht ist, kann hier diese aktiviert und der Projektmanager / das Projektmanagerteam die Zeiten einsehen | |
| Wiki | Ein internes Wiki aktivieren, falls das benötigt wird | |
| Gantt | Ein spezielles Diagramm, was Projektmanager(-innen) gerne verwenden | |
| News | Ein Bereich für News, um wichtige Neuigkeiten dem Projektteam mitzuteilen | |
| Repository | Falls es ein z.B. Git-Repository gibt, kann man dies hier einbinden | Tatsächlich habe ich an der Stelle dieses Feature nicht genutzt, weil ich keine gute Anleitung gefunden habe, dies mit docker einzurichten |
| Dokumente | Eine Ablage für Dokumente jeglicher Art | An der Stelle ist die Ansicht der abgelegten Dateien leicht anders und es fehlt die „Prüfsumme“ wie bei dem Modul Dateien. Einen wirklichen Unterschied habe ich aber nicht festgestellt |
| Foren | Ein minimalistisches Forum für den Austausch | Habe ich an der Stelle bisher nicht verwendet, kann also keine Aussage über die Qualität und den Umfang von diesem Modul geben. |
Tabelle 3: Modulerläuterung
Drückst du anschließend den Button Anlegen, wird das Projekt erstellt und du landest direkt in der Konfiguration des Projekts, siehe Abbildung 12.

Du kannst an der Stelle nun dem Projekt weitere Mitglieder hinzufügen und zusätzliche Einstellungen vornehmen. Die eingestellten Projektmodule erscheinen als Menüleiste unter dem Projektnamen, siehe Abbildung 12, roter Rahmen.
Weiter ist es nun möglich, unter Tickets neue Aufgaben mit verschiedenen Ticketkategorien anzulegen, die Aktivitäten zu überprüfen oder in den anderen Modulen Einblick in das Projekt zu bekommen.
Gerade unter Übersicht oder im Fall von Abbildung 13 bekommt man eine schnelle Übersicht über die offenen Aufgaben.

Dabei verändert sich die Detailansicht der Aufgaben, wenn man einzelne Module aktiviert oder deaktiviert hat. Hier musst du als Administrator entscheiden, was gebraucht wird, und hast dein Projekt damit voll im Blick und kannst es managen lassen.
Zusammenfassung
Redmine ist eine gute Open-Source-Lösung für Projektmanagement. Es bietet eine gute Übersicht, zum Beispiel über das GANTT-Diagramm, um seine Projekte im Überblick zu haben. Redmine ist dabei ein Leichtgewicht, da es dem Raspberry Pi 4 nicht viele Ressourcen abverlangt und die Datenbank auch nicht übermäßig aufgebläht wird.
Die Konfiguration und die spätere Nutzung sind dann der kritische Part. Erst einmal zu verstehen, wie man Workflows festsetzt, Kategorien ergänzt oder Projekte korrekt konfiguriert, macht den größten Teil der Einarbeitung aus. Am Ende braucht es einen eingearbeiteten Admin, der die Konfiguration nach seinen Bedürfnissen oder denen seines Unternehmens vornimmt.
Da ich selbst mit kommerziellen Lösungen wie Jira gearbeitet habe, kommt man schnell in die Thematik hinein und versteht, wie einige Funktionen in Redmine gemeint sind. Das Wiki von Redmine ist auch umfassend und bietet eine gute Anlaufstelle, um die ersten Probleme zu lösen. Wird es hingegen bei Problemen sehr speziell, dann kann meist das Forum helfen, wobei ich leider die Erfahrung machen musste, dass Anfragen oder Probleme nicht kommentiert oder versucht werden zu lösen. Das ist teilweise ein Problem bei Open-Source-Projekten, was Redmine aber nicht weniger interessant als Projektmanagementlösung machen soll.
An der Stelle kann ich aber auch Entwarnung geben, weil es mittlerweile gute englischsprachige Bücher über Redmine gibt, die umfassende Erklärungen und Beispiele liefern. Ein gutes und empfehlenswertes Taschenbuch ist hier „Mastering Redmine – Second Edition“, das zwar schon etwas älter ist, aber dennoch die administrative Seite gut und anschaulich erklärt. Englisch ist an der Stelle aber Pflicht.
Viele Funktionen und Menüs sind so gestaltet, dass sie einfach zu verstehen sind. Wer also den kostengünstigen Einstieg in Projektmanagementsoftware sucht, ist mit Redmine gut bedient.






































