Im letzten Beitrag habe ich erklärt, wie man Pi-hole oder AdGuard Home auf einem Raspberry Pi installiert. Fertig eingerichtet bringt der Werbeblocker zunächst wenig, weil die Geräte im Netzwerk nicht wissen, auf welchen alternativen DNS-Server sie zurückgreifen sollen. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du den Dienst am Router für alle Geräte verfügbar machst und worauf du achten musst.
Voraussetzungen und Warnhinweise
Im vorherigen Artikel (Installation auf dem Raspberry Pi 4/5, inkl. Docker) habe ich bereits auf Besonderheiten hingewiesen. Gerade mit Docker ist IPv6 anspruchsvoller; in meiner Testumgebung lief es nur schwer stabil.
- Das System, auf dem Pi-Hole oder AdGuard Home läuft, benötigt eine statische IPv4-Adresse (meist beginnend mit 192.168.). Konfiguriere das am Router.
- Du brauchst Admin-Zugriff auf den Router, um die DNS-Einstellungen zu ändern. Falsche Konfiguration kann den Internetzugang im gesamten Netz blockieren. Prüfe jede Einstellung sorgfältig.
- Ich nutze hier eine AVM Fritz!Box. Bei anderen Routern (z. B. Telekom) kann die Option fehlen oder anders heißen. Dann hilft ein Blick ins Handbuch oder in die Wissensdatenbank des Herstellers.
IP-Adressen des DNS-Servers ermitteln
Nach der Installation zeigt der Installer eine Zusammenfassung mit den wichtigen Daten. Bei Pi-hole werden am Ende u. a. die IP-Adressen gelistet.

Später kannst du die Adressen jederzeit in der Weboberfläche nachsehen. In Pi-hole findest du sie unter Tools → Netzwerk; dort sind die Adressen unter eth0 (Kabel) aufgeführt.

In AdGuard Home ist es noch bequemer: Oben in der WebGUI gibt es den Einrichtungsassistenten, der die relevanten IPs anzeigt und Anleitungen für Windows, macOS, Android und Router verlinkt.

DNS-Server im Router anpassen
Ich unterscheide zwei Fälle: IPv4 und IPv6. Neuere Fritz!Box-Modelle haben in der Regel beides aktiv. Für zuverlässiges Filtern sollte der DNS-Server in beiden Protokollen auf Pi-hole oder AdGuard Home zeigen.
IPv4 konfigurieren
Melde dich auf der Fritz!Box an und gehe zu Heimnetz → Netzwerk → Netzwerkeinstellungen → IPv4-Einstellungen.

Trage bei Lokaler DNS-Server die IPv4-Adresse deines Pi-hole/AdGuard-Systems ein. Die ersten drei Segmente sollten mit der Router-IP übereinstimmen; nur das letzte Segment ist unterschiedlich.

Mit Übernehmen speicherst du die Einstellung. Bei neueren Firmware-Versionen ist zur Bestätigung ein DECT-Anruf oder das Drücken einer Taste am Router notwendig. Anschließend Geräte im WLAN kurz trennen und neu verbinden, damit sie den neuen DNS-Server übernehmen.
IPv6 konfigurieren
Viele aktuelle Geräte nutzen parallel IPv4 und IPv6. Wenn du nur IPv4 umstellst, wird Werbung oft nur teilweise geblockt. Also IPv6 ebenfalls anpassen (oder IPv6 vollständig deaktivieren – das empfehle ich im Heimnetz nicht).
Öffne Heimnetz → Netzwerk → Netzwerkeinstellungen → IPv6-Einstellungen.

Suche jetzt in Pi-hole bzw. AdGuard Home nach der passenden IPv6-Adresse. Du siehst dort mehrere lange Adressen. Für die Fritz!Box-Konfiguration brauchst du die Adresse, die in der vierten Gruppe ein :0: enthält (siehe Beispiel).

Trage diese Adresse in der Fritz!Box bei Lokaler DNSv6-Server ein. Die Eingabe erfolgt segmentweise und ist etwas fummelig.

Speichern mit Übernehmen und ggf. per DECT/Taste bestätigen. Danach sämtliche Geräte einmal neu mit dem WLAN verbinden, damit die IPv6-DNS-Einstellung greift.
Ergebnisse prüfen und Fazit
Nach der Umstellung lohnt ein Blick in die Statistiken der Weboberfläche. Spannend ist, wie viele Anfragen gefiltert werden, welche Geräte den meisten Traffic erzeugen und welche Domains am häufigsten auftauchen.

Unterm Strich: Ein eigener DNS-Filter im Heimnetz reduziert deutlich nervige Werbung und unerwünschten Traffic. Die Einrichtung am Router unterscheidet sich je nach Hersteller; mit einer Fritz!Box ist sie schnell erledigt. Ein kleiner Raspberry Pi 4 oder 5 reicht als Basis vollkommen aus.


































